Freiheit – freilich

Ich bin so frei, diesen Blog zu schreiben. Dieser Jahrtausende lang diskutierte Begriff – Freiheit – fordert mich heute Morgen heraus.

Mit mir selbst fühle ich mich zunächst einmal frei, zumindest frei, mich zu etwas zu entscheiden. Allerdings muss ich gestehen, dass ich Raucher bin und somit ein Suchtverhalten pflege, das gemeinhin als unfrei angesehen wird. Freilich neige ich dazu, mein Rauchen, als meinen Willen zu verstehen.

Mit meinen Lieben, zu denen ich freiwillig Ja sage, erscheint Freiheit ein wenig komplexer. Drei Freiheiten, die mitunter miteinander ringen, wessen Freiheit ein wenig eingeschränkt werden soll. Ich würde sagen, wir leben untereinander frei von Zwang – freilich nur für diejenigen von uns, die volljährig sind.

Die Freiheit der sozialen Umfelder, die ich erlebe, kennt verschiedene Dimensionen. In meinem frei gewählten Beruf muss ich z.B. Zeitgrenzen einhalten. Auf weitere Grenzen stoße ich überall – die Straßenverkehrsordnung, die öffentliche Meinung, Regeln, Zeitpläne und Budgets in allen möglichen Bereichen. Freilich ermöglichen diese Regeln erst eine gewisse Freiheit im Miteinander-Leben.

Auf der Empfindungsebene spüre ich, wie sich meine Augen und mein innerer Brustraum anspannen – es taucht eine komplexe Stimmungslage auf. In der obersten Schicht, eine gewisse Traurigkeit, darunter dann Trotz und darunter eine Art Jubelstimmung – Wow! Es gibt mich wirklich und ich kann tun, was ich will!

Ich denke, dass der Begriff der Freiheit nicht ohne Ergänzungsbegriffe sinnvoll betrachtet werden kann. Solche Begriffe wären: „Grenzen“, „Bedingungen“, „Verantwortung“, „Reziprozität“ und auch den „Willen“ würde ich dazu zählen. Ebenfalls immer interessant ist natürlich die Frage nach der „Freiheit von“ und dem „Frei-Sein zu“. Freilich wird die konkrete Freiheit immer von einem Kontext eingerahmt und beeinflusst.

Meine Hoffnungen liegen darin, dass ich einen sinnvollen Gebrauch meiner Freiheit pflegen werde. In diesem „Sinn“ liegt also schon wieder eine Einschränkung. Entsprechend geht eine Befürchtung dahin, in meiner Freiheit eingeschränkt zu werden, eine andere dahin, meine Freiheit nicht wahrzunehmen, obwohl ich sie hätte, eine weitere, dass ich mit meiner Freiheit dummes Zeugs mache, wovor mich freilich nichts schützen kann.

Mein Erreichungsziel geht entsprechend in die Richtung, dass ich meine Bewusstheit pflegen und bewahren will, dass ich trotz aller Konditionierungen und unverdauter Meinungen, das Hier und Jetzt reflektieren und dann frei und angemessen reagieren kann.

In der Abschlussstille taucht noch einmal die „Angst vor der Freiheit“ auf, aber ich fühle mich heiter dabei. Ebenso taucht die Verantwortung für das Frei-Sein auf und ich fühle mich dabei zuversichtlich.

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